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Pressemitteilung

Vorbildliche Brandenburger Unternehmen zeigen, wie es geht - Tesla bleibt weit zurück

In Brandenburg zeigt sich für die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) schon seit Jahren, dass eine moderne, verantwortungsvolle Unternehmensführung nicht im Widerspruch zu wirtschaftlichem Erfolg steht.

Zahlreiche vorbildliche Betriebe beweisen eindrucksvoll, wie Wertschätzung, Mitbestimmung und faire Arbeitsbedingungen zu einer Unternehmenskultur beitragen, die Menschen stärkt und langfristige Stabilität in Brandenburg schafft. Für den ÖDP-Landesvorsitzenden Thomas Löb zeigen diese positiven Entwicklungen, dass ein derart sozial-ökologischer Wandel in der Brandenburger Wirtschaft längst Eingang gefunden hat. Die inzwischen 6-jährige Auseinandersetzung der ÖDP Brandenburg mit der Gigafactoriy von Tesla in Grünheide zeigt dem gegenüber, dass der international agierende Konzern immer wieder durch Konflikte mit Arbeitsbehörden, gewerkschaftsfeindlichen Äußerungen und Berichten über eingeschüchterte Beschäftigte in die Schlagzeilen gerät.

Umso erfreulicher ist, dass die Preisträger des Brandenburgischen Ausbildungskonsenses - ausgezeichnet unter Beteiligung von DGB, IG Metall, ver.di und weiteren Sozialpartnern - demonstrieren, wie eine menschenorientierte, demokratische und nachhaltige Unternehmenskultur tatsächlich aussieht. "Sie zeigen, dass faire Arbeitsbedingungen kein Luxus, sondern ein Qualitätsmerkmal verantwortungsvoller Wirtschaft sind" sagt hierzu Thomas Löb.

Die Agrar GmbH Lebusa, geehrt für ihre Ausbildungsqualität, bringt ihre Haltung klar zum Ausdruck: „Ausbildung ist für uns eine Investition in die Zukunft. Wir begleiten junge Menschen intensiv und beziehen sie in alle betrieblichen Abläufe ein." Diese Aussage steht für eine langfristige Personalentwicklung, die Beschäftigte nicht als austauschbare Ressource betrachtet, sondern als Teil einer gemeinsamen Zukunft. Auch die Alpro Metallbau GmbH in Bernau setzt ein deutliches Zeichen. Das Unternehmen betont: „Unsere Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital." Man setze auf „Teamarbeit, Wertschätzung und kontinuierliche Weiterbildung" sowie auf „verlässliche Arbeitsbedingungen und faire Entlohnung".

Damit zeigt Alpro, dass wirtschaftlicher Erfolg und soziale Verantwortung Hand in Hand gehen können. Im sozialen Bereich unterstreicht das ASB-Seniorenhaus „Am Fontaneplatz" in Neuruppin die Bedeutung guter Arbeitsbedingungen: „Pflege gelingt nur mit motivierten und gut unterstützten Mitarbeitenden." Der ASB verweist auf „verlässliche Dienstpläne, gute Einarbeitung und ein respektvolles Miteinander" und hebt ausdrücklich „Mitbestimmung und offene Kommunikation" hervor - ein starkes Signal in einer Branche, die häufig von Überlastung und Personalmangel geprägt ist. Die Barnimer Busgesellschaft (BBG) wiederum betont ihre Verantwortung im öffentlichen Dienst: „Unsere Fahrerinnen und Fahrer tragen große Verantwortung - wir unterstützen sie bestmöglich."

Die BBG verweist auf „tarifgebundene Entlohnung, moderne Arbeitsplätze und familienfreundliche Dienstplanung" sowie auf „verlässliche Sozialstandards". Damit zeigt ein kommunales Verkehrsunternehmen beispielhaft, wie öffentliche Daseinsvorsorge und gute Arbeitsbedingungen zusammengehören. Auch die Gewerkschaften selbst weisen seit Jahren darauf hin, dass gute Arbeit kein Zufall ist. Der DGB Berlin-Brandenburg formuliert es so: „Gute Ausbildung und gute Arbeit entstehen dort, wo Beschäftigte ernst genommen werden und Mitbestimmung selbstverständlich ist." Genau diese Haltung spiegelt sich in den ausgezeichneten Unternehmen wider.

Vor diesem Hintergrund wirkt das Verhalten von Tesla umso problematischer. Aus Sicht der Ökologisch-Demokratischen Partei Brandenburg zeigt das Unternehmen derzeit eher das Gegenteil dessen, was moderne Arbeitswelt ausmacht. Die ÖDP warnt vor einer gefährlichen Entwicklung, die weit über Brandenburg hinausreicht. „Was wir derzeit beobachten, ist kein isolierter Konflikt, sondern ein globales Muster", erklärt Thomas Löb. „Überall dort, wo Beschäftigte ihre kollektiven Rechte einfordern, reagiert Tesla mit Abwehr, juristischen Gegenangriffen oder offener Rhetorik gegen Gewerkschaften."

Im Tesla-Werk Grünheide bei Berlin bemüht sich die IG Metall seit Produktionsbeginn im Jahr 2022 um Tarifverhandlungen und bessere Arbeitsbedingungen. Tesla ist nicht tarifgebunden und zahlt nicht nach dem Flächentarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie Brandenburg. Berichte aus der Tesla Gigafactory in Grünheide zeichnen seit Eröffnung vor 4 Jahren ein zunehmend alarmierendes Bild der Arbeitsrealität. Beschäftigte schildern einen Arbeitsalltag, der von massivem Druck, eng getakteten Abläufen und Schichtsystemen geprägt ist, die kaum ausreichende Erholungsphasen zulassen. Der Krankenstand liegt laut verschiedenen Quellen teils deutlich über dem Bundesdurchschnitt - in einzelnen Phasen sogar um ein Mehrfaches. Statt struktureller Verbesserungen sollen Führungskräfte darauf mit unangekündigten Hausbesuchen bei krankgemeldeten Mitarbeitenden reagiert haben, was das ohnehin angespannte Arbeitsklima weiter verschärfte.

Hinzu kommen wiederkehrende Hinweise auf Sicherheitsmängel und eine auffällig hohe Zahl an Arbeitsunfällen, darunter auch schwere Verletzungen, die zeitweise weit über dem Branchendurchschnitt lagen. Medienberichte und Undercover-Recherchen dokumentierten unzureichende Schutzmaßnahmen, überforderte Teams und eine Einarbeitung, die dem rasanten Produktionsdruck offenbar nicht standhält. Gewerkschaften wie die IG Metall sprechen offen von einer „Kultur der Angst", geprägt von Willkür, Einschüchterung und einem Management, das Kritik eher als Störung denn als Chance begreift.

In den Vereinigten Staaten richtet sich Elon Musks heftige, juristische Offensive aktuell gegen zentrale Elemente des National Labor Relations Act von 1935 - jenes Gesetzes, das seit der Roosevelt-Ära das Fundament gewerkschaftlicher Organisierung bildet. Tesla stellt im US-Stammwerk des Konzerns die Verfassungsmäßigkeit von Verfahren der National Labor Relations Board (NLRB) infrage, jener unabhängigen Behörde, die Arbeitnehmerrechte durchsetzt. Arbeitsrechtsexperten warnen, dass ein Erfolg dieser Klagen die gewerkschaftliche Organisierung in den USA massiv schwächen könnte. Gleichzeitig bleibt Tesla weiterhin der einzige große US-Autohersteller ohne gewerkschaftlich organisierte Belegschaft. Versuche der United Auto Workers (UAW), Werke wie Fremont oder Buffalo zu organisieren, scheiterten wiederholt - begleitet von Vorwürfen über Einschüchterung, Behinderung und systematisches Union Busting.

Auch personell hinterlässt dieses System Spuren: Die Berichte über mangelhafte Einarbeitung neuer Beschäftigter in Grünheide reißen nicht ab, und im Jahr 2026 wurde ein signifikanter Stellenabbau von rund 1.700 Arbeitsplätzen bekannt. Zusammengenommen entsteht das Bild eines Unternehmens, das seine Belegschaft als austauschbare Ressource behandelt - mit allen sozialen, gesundheitlichen und sicherheitsrelevanten Folgen, die ein solches Verständnis zwangsläufig nach sich zieht.

Besonders brisant sind nun die derzeitigen Auseinandersetzungen bei Tesla rund um die Betriebsratswahlen in Grünheide. Die IG Metall wirft Tesla vor, gewerkschaftsnahe Kandidatinnen und Kandidaten zu behindern und Druck auf Beschäftigte auszuüben. „In Deutschland ist die Mitbestimmung gesetzlich klar geregelt. Wer hier produziert, muss die Spielregeln respektieren", betont Löb. „Einflussnahme auf Betriebsratswahlen - ob offen oder subtil - untergräbt das Vertrauen in demokratische Prozesse." Auch international spitzt sich der Streit zu. In Schweden führt die Gewerkschaft IF Metall seit 2023 einen langanhaltenden Arbeitskampf, weil Tesla sich weigert, einen landesüblichen Tarifvertrag zu unterzeichnen. Zahlreiche skandinavische Gewerkschaften unterstützen diesen Konflikt solidarisch - ein deutliches Zeichen für die europäische Dimension des Problems.

Firmenchef Elon Musk greift also nicht nur in den USA zentrale Grundlagen des Arbeitsrechts an, sondern positioniert sich weltweit immer deutlicher gegen Gewerkschaften. Seine öffentlichen Aussagen erinnern an längst überwunden geglaubte Grundsatzkonflikte um Mitbestimmung und Arbeitnehmerrechte. Gewerkschaften, so Musk, seien spaltend oder schüfen ein „Herren-und-Bauern"-Verhältnis. Für die ÖDP Brandenburg ist das eine Verdrehung der Geschichte: „Gewerkschaften entstanden, um Abhängigkeit und Willkür zu begrenzen - nicht, um neue Machtgefälle zu schaffen", stellt Löb klar. „Wer das Gegenteil behauptet, stellt die Grundpfeiler demokratischer Arbeitsbeziehungen infrage."

Für die ÖDP Brandenburg ist der Konflikt bei Tesla weit mehr als eine tarifpolitische Auseinandersetzung. Er steht exemplarisch für die Frage, welches Wirtschaftsmodell sich in Deutschland durchsetzt: ein Modell der einseitigen Konzernmacht – oder eines, das auf Mitbestimmung, Respekt und faire Arbeitsbedingungen baut. „Wir entscheiden heute, ob Zukunftsindustrien demokratisch eingebettet sind oder ob wir zulassen, dass US‑amerikanische Union‑Busting‑Strategien nach Europa exportiert werden“, warnt Löb. Nach der im Januar gerichtlich bestätigten Pflicht zur Nachbesserung im Klimaschutz ist klar: Ohne gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine klare Orientierung am Gemeinwohl wird es keinen wirksamen Klimaschutz geben. Und Gemeinwohl beginnt nicht erst im Parlament – es beginnt im Betrieb. Wer ein klimafreundliches Land will, muss auch ein faires Betriebsklima durchsetzen.

 

Kontakt:

Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP)

- die Naturschutzpartei -

Landesverband Brandenburg
Paul-Gerhardt-Straße 1A
15907 Lübben

Ansprechpartner:

Thomas Löb, Landesvorsitzender
thomas.loeb@oedp.de 
0175-9966701

Foto: IG Metall Flyer am Bahnhof Hangelsberg (Grünheide) von Shushugah, CC BY-SA 4.0

https://www.oedp.de/programm/grundsatzprogramm/  
https://www.oedp-brandenburg.de/mitmachen/medienspiegel 

 

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