Pressemitteilung
Bildung am Limit – ÖDP warnt vor Kollaps durch Personalnot an Schulen
Die ÖDP Brandenburg fordert die sofortige Rücknahme des aktuellen Einstellungsstopps der Landesregierung und eine nachhaltige, bedarfsorientierte Personalpolitik, denn der akute Lehrermangel und ein überfordernder Schulentwicklungsplan treiben Pädagogen zunehmend in die Resignation.
Seit Jahren kämpfen Brandenburgs Lehrkräfte gegen einen eklatanten Personalmangel, gegen stetig wachsenden Unterrichtsausfall und gegen eine Aufgabenfülle, die weit über das reine Unterrichten hinausgeht. Der jüngste Einstellungsstopp durch die Landesregierung verschärft aber die ohnehin schon angespannte Lage dramatisch – und erschüttert das Vertrauen in die Brandenburger Bildungspolitik nachhaltig. Der Landesvorstand erklärt sich ausdrücklich solidarisch mit den Lehrkräften und fordert ein sofortiges Umdenken: „Was wir derzeit erleben, ist keine verantwortungsvolle Bildungsplanung, sondern politisches Wegducken vor den realen Herausforderungen. Lehrkräfte erbringen tagtäglich außergewöhnliche Leistungen – und sollen diese nun mit reduziertem Personal fortsetzen. Diese Entscheidung zeugt von mangelnder Wertschätzung und ist bildungspolitisch riskant.“
Die Institution Schule muss heute schon mehr leisten als reine Wissensvermittlung. Sie soll bilden, integrieren, fördern und auffangen. Doch dafür braucht sie auch die nötige Ausstattung. Eine Schule, die all diese Aufgaben erfüllen soll, kann nicht allein auf Lehrkräfte, eine Sekretärin und einen Hausmeister bauen. Zusätzlich zu Lehrkräften bräuchte sie ein starkes, multiprofessionelles Team: Logopäden, Physiotherapeuten, Sozialarbeitende, Verwaltungskräfte und Einzelfallhelfer – Menschen mit unterschiedlichen Kompetenzen, die gemeinsam den Schulalltag tragen. Hier besteht ein erheblicher Nachholbedarf.
Der Alltag an Brandenburgs Schulen ist allerdings geprägt von Notlösungen: Klassen werden zusammengelegt, Förderangebote gestrichen, Vertretungen improvisiert. Die Belastungsgrenze ist längst überschritten. Dennoch sollen Lehrkräfte künftig eine zusätzliche Unterrichtsstunde übernehmen – während neue Kolleginnen und Kollegen nicht eingestellt werden dürfen? Die Anforderungen wachsen stetig: Inklusion, Digitalisierung, Ganztagsbetreuung, soziale Konflikte, Sprachförderung – all das gehört heute zum Schulalltag. Doch statt Entlastung gibt es eine Haushaltssperre. Die Landesregierung darf sich nicht länger hinter Zahlen verstecken, fordert die ÖDP Brandenburg. „Wir brauchen eine Personalpolitik, die sich am tatsächlichen Bedarf orientiert – nicht an haushaltspolitischen Rechenspielen. Wer gute Bildung will, muss gute Bedingungen schaffen – für alle, die sie ermöglichen.“
Die Ökodemokraten fordern deshalb die sofortige Rücknahme des Einstellungsstopps und eine verbindliche Zusage, dass alle aktuell ausgebildeten Referendarinnen und Referendare eine berufliche Perspektive erhalten. Es braucht endlich eine Personalpolitik, die den realen Anforderungen gerecht wird. Lehrkräfte brauchen Entlastung, funktionierende Verwaltungsstrukturen, eine digitale Infrastruktur, die diesen Namen verdient, und ein Arbeitsumfeld, das pädagogische Qualität ermöglicht.
Brandenburgs Schulen dürfen nicht länger als Sparobjekte behandelt werden. Sie sind Orte, an denen Zukunft gestaltet wird. Schulen müssen zu Zentren des gesellschaftlichen Lebens werden. Denn sie sind weit mehr als Orte der Wissensvermittlung – sie sind Räume der Begegnung, der Persönlichkeitsentwicklung und der Demokratieerfahrung. Hier lernen Kinder nicht nur Mathematik und Grammatik, sondern auch Empathie, Werte, Ethik, Verantwortung und Teilhabe. Die Menschen, die dort täglich arbeiten, verdienen Respekt, Anerkennung und verlässliche Rahmenbedingungen. Die ÖDP Brandenburg steht fest an der Seite der Lehrkräfte und fordert: Schluss mit der Bildungsblockade. Es ist Zeit für eine Bildungspolitik, die den Namen verdient!
Kontakt:
Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP)
- die Naturschutzpartei -
Landesverband Brandenburg
Paul-Gerhardt-Straße 1A
15907 Lübben
Ansprechpartner:
Thomas Löb
thomas.loeb@oedp.de
0175-9966701