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Tesla Gigafactory: Ein Elektromotor macht noch keine Verkehrswende!

Erklärung von klima-, umwelt- und entwicklungspolitischen Initiativen

 

Die deutsche und internationale Automobilindustrie hat uns – zusammen mit anderen fossilen Industrien – in die Klimakrise geführt. Autogerechte Städte und Verkehrssysteme sind Ausdruck einer ‚imperialen Lebensweise‘, d.h. sie beruhen auf der Ausbeutung ökologischer und sozialer Ressourcen im Globalen Süden. Konzerne wie VW, Daimler, Ford, BMW oder Toyota machen Profite auf Kosten von Mensch und Klima. Dagegen kämpfen wir und fordern eine konsequente Verkehrswende. Der Verkehrssektor darf nicht weiter zur Aufheizung des Klimas und zur rücksichtslosen Ausbeutung von Rohstoffen beitragen. Wir wollen eine gerechte, ökologische Mobilität für alle – hier und überall! Damit stellen wir uns auch klar gegen rassistische und klimafeindliche Positionen, die ‚deutsche Diesel und Benziner‘ verteidigen und die Klimakrise ignorieren.

Auch Tesla setzt auf die Massenproduktion von Autos – allerdings mit batterieelektrischem Antrieb. Dem Tesla-Chef Musk ist der Öffentliche Fern- u. Nahverkehr sowie der Rad- & Fußverkehr genauso zuwider wie gewerkschaftliches Engagement in seinen Fabriken. Tesla will teure, übermotorisierte Luxuswagen und dann viele Millionen etwas kleinerer Autos für den Massenmarkt verkaufen. Hinsichtlich der Arbeitsbedingungen steht Tesla in den USA für eine gewerkschaftsfeindliche Linie und massive Verstöße gegen Arbeitsrechte.

Der Austausch von 47 Millionen Verbrenner-Autos in Deutschland durch 47 Millionen E-Autos ist keine Verkehrswende! In urbanen Großräumen - und schnellstmöglich auch auf dem Lande - muss die Zeit des motorisierten Individualverkehrs mit dem Auto zu Ende gehen. Wir wollen „Städte und Straßen für alle“ und eine konsequente Verkehrswende weg vom Privat-PKW. Tesla und die deutschen Autokonzerne gaukeln vor, dass ein Antriebswechsel weg vom Verbrennungsmotor hin zum Elektromotor schon ausreicht. Dies wird dazu führen, dass zu viele und rasante E-Autos weiterhin Menschen töten und verletzen, öffentlicher Raum zugeparkt wird sowie riesige Flächen und Ressourcen für ihre Herstellung verschwendet werden. Der massenhafte Bau schwerer, übermotorisierter E-SUVs und E-PKWs widerspricht einer klima- und global gerechten Verkehrswende. Die Herstellung aller Autos – egal ob Benziner, Diesel- oder Elektroautos - verbraucht Rohstoffe, die häufig unter ökologisch und sozial unverantwortlichen Bedingungen in den Ländern des Globalen Südens abgebaut werden. Menschen werden für den Abbau der Rohstoffe vertrieben, das Klima belastet, Grundwasser und Flüsse vergiftet und Aktivist*innen bekämpft. Bei der Herstellung und beim Laden der Autos werden zudem hohe Mengen an Energie benötigt, die zum Teil durch schmutzigen Atom- oder Braunkohlestrom bereitgestellt werden. Am Strommix ändert sich nichts zum Guten, wenn für neue Produktionsstätten und Verbräuche nicht auch neuer zusätzlicher Ökostrom produziert wird. Gleichzeitig werden große Mengen an wertvollem Wasser benötigt. Dieser Verbrauch kann zu einer Gefährdung der Natura-2000-Gebiete und der sicheren Wasserversorgung für die Menschen in der Region führen.

Als Ergänzung des Umweltverbundes (Rad, Fuß, ÖPNV) braucht es sehr viel weniger Autos. Diese müssen elektrisch betrieben, angemessen motorisiert, klein, leicht und möglichst als Sharing-Fahrzeuge effizient genutzt werden. Ihre Herstellung muss auf Basis recyclingfähiger, fair beschaffter Materialien erfolgen. Die Konversion aller Automobilfabriken in Deutschland muss zur Produktion zukunftsfähiger Produkte führen: Dazu gehören E-Busse, E-Kleinfahrzeuge, E-Lieferfahrzeuge und E-(Lasten-)Fahrräder.

Wir fordern: Konsequente Verkehrswende im Einklang mit den Pariser Klimazielen! Abkehr vom Privat- PKW und konsequenter Rück- & Umbau der Automobilindustrie auf Basis 100% Erneuerbarer Energien. Eine Rohstoffwende mit einer weitreichenden Kreislaufwirtschaft, absolut sinkendem Rohstoffverbrauch und fairen Lieferketten. Keine Zulassung & Förderung einer Automobilproduktion, die diesen Zielen zuwider läuft.

Unterzeichnende Organisationen:

  * PowerShift – Verein für eine ökologisch-solidarische Energie- &

    Weltwirtschaft e.V.

  * NaturFreunde Berlin e.V.

  * Interventionistische Linke Berlin

  * Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER) e.V.

  * Am Boden bleiben

  * Attac Deutschland

  * Berlin 21 e.V.

  * Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V.

  * Christliche Initiative Romero e.V. (CIR)

  * common future e.V.

  * Die Grünen Radler

  * Ende Gelände Berlin

  * Explane Berlin

  * Forum Ökologie & Papier

  * GegenStrömung/Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie e. V.

  * gerechte1komma5 - der Klimaplan von unten

  * GRÜNE LIGA e.V.

  * Initiative Frankfurt22

  * ium-institut für urbane mobilität

  * Konzeptwerk Neue Ökonomie

  * Lunapark21 –Zeitschrift zur Kritik der globalen Ökonomie

  * NABU Kreisverband Fürstenwalde e.V.

  * Ortsverein Karutzhöhe e.V.

  * ROBIN WOOD e.V.

  * Salva la Selva , Spanien

Parteigliederungen: 

  * Grüne Jugend Berlin

  * Grüne Jugend Brandenburg

  * Landesarbeitsgemeinschaft Umwelt der Linken Brandenburg

  * linksjugend ['solid] Berlin

  * ÖDP Brandenburg

UnterstützerInnen:

  * Sand im Getriebe


Weitere Informationen:

Erklärung „Tesla Gigafactory: Ein Elektromotor macht noch keine Verkehrswende!": power-shift.de/wp-content/uploads/2020/04/Aufruftext-Tesla_Verkehrswende_final_20.04.2020.pdf

 

Studie: Weniger Autos, mehr globale Gerechtigkeit: power-shift.de/wp-content/uploads/2019/06/Studie-Weniger-Autos-mehr-globale-Gerechtigkeit.pdf

 

Factsheet: Bauxit in Guinea - Landraub für deutsche Autos: power-shift.de/landraub-fuer-deutsche-autos/

 

Kontakte für Rückfragen:

Peter Fuchs, PowerShift e.V., Tel.: 0177 6334900, Mail: Peter.Fuchs@power-shift.de

Uwe Hiksch, NaturFreunde Berlin, Tel.: 0176-62015902, Mail: Hiksch@naturfreunde.de

Nico Beckert, Pressereferent PowerShift e.V., Tel.: 0160 2589122, Mail: Nico.Beckert@power-shift.de


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